… so wurde ich reingelegt:

„Ich dachte, es wäre ein Restaurant“

 

         S  c  h  w  a  n  k

 

von         Edo

R a b i u s

  

   - unbeschwerte Fröhlichkei       

 

 

           - harmlose Heiterkeit           

 

 

   - leichter Humor                        

        

  

            - scherzhafte Erzählung         

 

 

   - ohneProblematik                                      

 

Damit jeder von Euch sofort versteht, wovon ich erzähle,

verrate ich vorweg:

Es handelt sich um unsere standesamtliche Trauung 2010,

von Neda und Edo, also von meiner Frau und mir.

Helmut und Brigitte sind die Trauzeugen.

 

ihr müßt wissen, früher habe ich immer gerne halbe Hähnchen gegessen.

 

Neda war deshalb allerdings immer böse auf mich und sagte zu mir:

 Wenn du halbe Hähnchen ißt, bist du Tierquäler“.

 

Seitdem esse ich nur noch ganze Hähnchen.

 

 

Und so ist folgendes passiert:

 

Wir machten Urlaub am Titisee im Schwarzwald.

 

 

Eines guten morgens, ich glaube, es war der 12. 11. 10, wurde

ich von Neda schon früh und unsanft aus dem Bett geschmissen.

Neda sagte: „Aufstehen, heute wollen wir Helmut und Brigitte treffen und es gibt Hähnchen“.

Da war ich schnell munter und ging in der Dusche unter.

Dann sagte Neda: „Das wird heut ein Festtagsessen, drum darfst

du Anzug und Krawatte nicht vergessen“.

 

Und so fuhren wir los. Gerade mal 500 m gefahren, schrie Neda:

Halt, hier ist der Frisör, da muß ich noch rein, sonst gibt`s ein Malheur“.

Nach 45 Minuten kam sie wieder raus, oooh, was für ein Augenschmaus.

Dann wollte sie noch einen Blumenstrauß haben aus dem Blumenladen, ich wollte mich lieber am Hähnchen laben.

 

Und so trafen wir dann Helmut und Brigitte.

Ein herzliches „Halli“ - „Hallo“ - und dann gingen wir ins Restaurant.

Das Restaurant hieß Rathaus.

Der Hähnchenverkäufer war schon da und stellte sich vor:

Er wäre der Standsbeamte“ … oder so ähnlich.

Ich dachte so bei mir, wieso sind hier die Verkäufer im Hähnchenstand Beamte.

Dann nahmen wir Platz.

 

Neda übergab dem Hähnchenverkäufer zwei kleine goldene Ringe.

Ich fragte: „Was sind das für Ringe ?“

Sie sagte: „Serviettenringe zur Dekoration, sowas kennen die hier nicht“.

Die sind doch viel zu klein für Servietten“ sagte ich, „damit kann man vielleicht gerade noch Hähnchen beringen“.

Dann fing der Hähnchenverkäufer auch noch an, etwas aus seinem Leben zu erzählen:

Er sprach irgendwas vom „zusammenleben, zusammenraufen und zusammenhalten“.

 

Mich interessierte das nicht und ich hörte gar nicht richtig zu.

Ich wartete im stillen darauf, daß die Hähnchen fertig werden.

Doch plötzlich hörte ich, wie er meinen Namen rief und zu mir sagte:

… dann sagen Sie JA“.

 

Endlich, dachte ich, endlich sind die Hähnchen fertig und er fragt, ob ich ein Hähnchen haben möchte und sagte schnell: "JA“.

Auch Neda sagte: "JA“.

Helmut und Brigitte sagten nicht "JA".

Sie wollten wohl kein Hähnchen haben.

 Plötzlich nahm Neda wieder einen Serviettenring und wickelte ihn mir um den Finger.

Was soll das?“ fragte ich.

Sie sagte: „Du hattest recht, die Ringe sind viel zu klein für Servietten“.

Dann sollten wir die Hähnchenbestellung auch noch

unterschreiben.

 

Auf das Hähnchen warte ich bis heute noch.

 

- Copyright bei Edo Rabius

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